Bild von Pauline Dittmann

Tübingen unter Hitzestress

„36 Grad und es wird noch heißer …“, singt die Band 2Raumwohnung, und das dachten auch viele Menschen in den vergangenen Wochen. Wir spüren die Auswirkungen der Klimakrise immer deutlicher, und sie macht auch vor Tübingen nicht Halt. Besonders ältere Menschen, Kinder, Menschen, die draußen arbeiten, aber auch Tiere, Pflanzen und unsere Infrastruktur geraten unter Hitzestress. Genau deshalb drängen wir AL/GRÜNE seit Jahren auf konsequenten Hitzeschutz: mehr entsiegelte Flächen, mehr städtisches Grün, mehr kühlende Wasserelemente, mehr Schattenplätze, mehr Fassadenbegrünung — kurz: ein Tübingen, das nicht bei 40 Grad kollabiert.

Die zunehmende Bedeutung der Anpassung an die Folgen der Klimakrise bedeutet jedoch nicht, dass ihre Bekämpfung an Dringlichkeit verliert. Der Gemeinderat überarbeitet gerade das Tübinger Klimaschutzprogramm und zieht eine erste Bilanz. Das Programm verfolgt das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2030. Heute müssen wir uns eingestehen: Das werden wir sehr wahrscheinlich nicht schaffen. Die Wärmewende ist teuer und komplex, die Verkehrswende hinkt ihrer Vision hinterher. Doch die Klimakrise duldet keinen Aufschub. Wir halten daher dennoch am 2030er-Ziel fest und erwarten ein entschlossenes Handeln von allen Entscheidungsträgerinnen und -trägern.

Die Stadt und ihre Tochtergesellschaften stehen in der Pflicht, die Transformation bei Wärme und Verkehr endlich mit Nachdruck umzusetzen. Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger: Jede und jeder kann etwas beitragen. Manche installieren Wärmepumpen, andere steigen öfter in Zug, Bus oder aufs Fahrrad. Andere lassen tierische Produkte weg. Jeder Beitrag zählt – viele kleine Schritte ergeben am Ende eine große Bewegung.

Unsere wichtigsten Anträge für das Klimaschutzprogramm im Überblick: Wir wollen einen Plan für den schrittweisen Ausstieg aus der Gasversorgung entwickeln, die Speicherung von Strom und Wärme mehr in den Fokus rücken, eine Kommunikationsstrategie für die Öffentlichkeitsarbeit erstellen und bessere Informationen zum Teilen privater Ladeinfrastruktur für Elektro-mobilität anbieten.

Wir holen Klimaschutz wieder zurück in die öffentliche Debatte. Die Klimakrise können wir nicht allein lösen — aber wir können Verantwortung übernehmen, vorausschauend handeln und Tübingen Schritt für Schritt klimafreundlicher und resilienter machen.

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